DE
EN Karte Erkundungstour 2

Mittwoch, 3. Juli 2013

Im Gemeinschaftsraum der Gemeinnützigen Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ), Hohlstrasse 195, im Innenhof

Die Erkundungstour und der anschliessende Workshop mit 15 bis 20 Experten setzte sich folgendermassen zusammen:

 

Moderation: Simon Brombacher, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit

Inputs: Hans Jörg Rieger zu Aussersihl, Marlis Zwinggi zu Erschliessungstypologien

Erkundungstour: geführt durch Marie-Anne Lerjen, lerjentours Agentur für Gehkultur

Drei Gesprächsgruppen: geleitet vom Projektteam Claudia Cattaneo, Verena Huber, Anja Meyer, Roland Züger

Dokumentation: HSLU Luzern – Interdisziplinärer Schwerpunkt / Visual Narratives

Thesen

Besichtigungsschwerpunkte

 

1

Wohnsiedlung Hardau II

1978, san. 2005-07

 

2

Wohn- und Geschäftshaus Badenerstr. 378/380

2010

 

3 

Wohnkolonie Bullingerhof

1930, san. 1976

 

4

Wohnsiedlung Lochergut

1966, san. 2006

 

 

Seitenblicke

 

a

Wohnkolonie Hard, Eichbühlstrasse

1924/1929

 

b

Brahmshof

1989-91

 

c

Wohnkolonie Erismannhof

1928, san. 1989-91

 

d

Wohnkolonie Sihlfeld

1928-29, san. 1974/1998/2012

 

Erkundung Haustürschwelle

Hardquartier

Zürich–Aussersihl

— Der Eingang ist das Gesicht eines Hauses, seine Gestaltung die Visitenkarte, die kollektive oder individuelle Interessen verhandelt.

— Die Ausgestaltung des Eingangs dient der Kontrolle über die Zugänglichkeit, bildet bewusste Barrieren oder ist von Hindernissen frei.

— Die Haustüre bildet eine Klimagrenze. Hier werden Wind und Wetter, aber auch Wärme und Wohlbehagen manifest.

— Die Haustüre bringt Bewegung zum Stillstand, zweite Eingänge schaffen neue Wegmöglichkeiten.

— An Türgriff, Lichtschalter und Briefkasten tritt man körperlich-haptisch mit dem Gebäude in Kontakt.

 

1   Wohnsiedlung Hardau II, 1978, saniert 2005-07

 

Bauherr: Amt für Hochbauten der Stadt Zürich

Architektur: Max Peter Kollbrunner, Sanierung: Batimo AG

Sanierung Wohnumfeld: Gerold Löwensberg (Aufwertung 2003)

Wohnungstypen und -zahl: 1,5-5 Zi.whg.; 570 Wohneinheiten

Besonderheit: Kunst am Bau, Hochplateau

 

Drei Hochhäuser umstellen ein erhöhtes Plateau, das eine Parkgarage beherbergt. Ein viertes im Norden jenseits der Bullingerstrasse ist über eine Brücke verbunden. Der nordöstliche Turm aktiviert die Fläche durch einen Hort und Kindergarten. Auffallend sind die markanten Beschilderungen. Auf dem Plateau weisen die Hochhäuser grosszügige Eingänge mit überdachten Vorzonen und Foyers mit Briefkästen auf. Zusätzlich sind die Türme auch vom Strassenniveau erschlossen und dort mit grosszügigen Abstellräumen versehen. Die Anlage wird im Süden durch eine viergeschossige u-förmige Wohnfigur mit Alterswohnungen an Laubengängen ergänzt, die zudem einen Haupteingang im Süden aufweist. Vom Oberstufenschulhaus führt seit 2003 eine Rampe auf das Plateau. Im Südwesten bilden zwei viergeschossige Zeilenbauten mit meist zweispänniger Wohnerschliessung einen Winkel, der auch vom Erdgeschoss erschlossen ist. Ein sechsgeschossiges Altersheim schliesst die Anlage im Nordosten ab.

2   Wohn- und Geschäftshaus Badenerstrasse 378/380, 2010

 

Bauherr: BGZ Baugenossenschaft Zurlinden

Architektur: pool Architekten, Zürich

Wohnungstypen und -zahl: 1-5 Zi.whg; 42 Wohneinheiten

Besonderheit: Holzbau, tiefe Einschnitte

 

In einem parzellenfüllenden Sockelgeschoss sind die Tiefgaragenabfahrt sowie eine Migros-Filiale untergebracht. Daneben erschliessen auf der Strassen- wie zur Hardparkseite je drei Treppenhäuser die darüberliegenden Wohnungen. Die Eingänge sind zu beiden Seiten gleich behandelt. Die Fläche ist ökonomisch genutzt, die Zugänge weisen weder ein Vordach noch die Andeutung einer Schwellenzone auf. Funktionale Elemente, wie z. B. Briefkästen, sind flächenbündig in die Fassade integriert. Die vielfältigen Nutzeransprüche treffen im Erdgeschoss unvermittelt aufeinander. Über dem Sockel ist das Volumen gegliedert, um den Wohnungen strassenabgewandte Fenster zu gewähren. Der Hardaupark und das Oberstufenschulhaus mit Stadtbibliothek bieten eine neue Infrastruktur, die das Wohnumfeld weiter verändern wird.

3   Wohnkolonie Bullingerhof, 1930-31, saniert 1975-76

 

Bauherr: Stadt Zürich

Architektur: Kündig & Oetiker, Zürich

Wohnungstyp und -zahl: 2-Zi., 3-Zi., 4-Zi.whg.; 223 Wohneinheiten

Besonderheit: Parkanlage im Hof

 

Die Wohnungen, in der Regel Zweispänner, sind von der Strasse her erschlossen. Ein ebenerdiger hofseitiger Zugang hält Abkürzungen für die Bewohner bereit. Strassenseitig sind die Eingänge durch vorkragende Balkontürme markiert. Das Erdgeschoss gewinnt dadurch einen witterungsgeschützten Eingangsbereich, dessen grosszügige Gestaltung auch Flächen für Blumenschmuck zulässt, jedoch nicht barrierefrei ist. Schmale Grünstreifen zur Strassen- wie zur Hofseite schaffen Distanz. Die unbebauten Blockecken eröffnen den Zugang zum grössten Hofpark Zürichs. Die zentrale Spielwiese wird von einer imposanten Platanenallee gesäumt. Einzig der nordöstliche Zugang, flankiert von Quartierbüro, Kindergarten sowie Gemeinschaftsraum, lockert die klare Hoffigur auf. Die seit 2009 eröffnete Südumfahrung entlastet vom Durchgangsverkehr der Bullingerstrasse und hat das Wohnumfeld deutlich aufgewertet.

4   Wohnsiedlung Lochergut, 1963-66, saniert 1989/2006

 

Bauherr: Stadt Zürich

Architektur: Karl Flatz, Sanierung: pool Architekten, Zürich

Wohnungstyp und -zahl: 1-4,5 Zi.whg; 346 Wohneinheiten

Besonderheit: Ladensockel

 

Das markante städtebauliche Zeichen hinter dem Bahneinschnitt wird von einem Bauensemble mit kommerziell genutztem Ladensockel zur Badenerstrasse gebildet. Nach der Sanierung sind die Läden nicht mehr über eine Passage, sondern über Zugänge von aussen erschlossen. Hier liegen auch die Wohnungszugänge. Zusätzlich werden sie über den Gartenhof im 2. Obergeschoss erschlossen, der über eine Rampe von Norden erreichbar ist. Eine Ausnahme bildet der freigestellte Baukörper südöstlich der Anlage.

 

L1 L2 L3 L4 B2 B3 B4 B1 F1 F2 F3 F4 P1 P2 P3 P4